28. Juni 2026: Hubertusgottesdienst auf dem Baiersröderhof – Dankbar leben aus der Fülle der Schöpfung

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Wir versammelten uns gemeinsam mit dem Hanauer Jagdklub auf dem Baiersröderhof, um einen besonderen Gottesdienst zu feiern. Zu seinem 80-jährigen Bestehen war es eine Feier der Dankbarkeit – für das Leben und für die Verbundenheit von Mensch, Tier und Natur als Teil der Schöpfung.

Schon die ersten Klänge der Jagdhornbläser eröffneten einen Raum des Staunens. Mit dem „Sammeln der Jäger“ und der „Begrüßung“ wurde spürbar, dass wir nicht als Herrschende der Natur zusammenkommen, sondern als Menschen, die sich als Teil eines größeren Ganzen verstehen. Die Musik verband auf eindrucksvolle Weise Jagdtradition und Naturverbundenheit in der geistlichen Feier.

Die Bläser begleiteten die Liturgie mit Stücken aus der Hubertusmesse wie „Einzug“, „Kyrie“, „Gloria“, „Sanctus“, der „Hubertushymne“, dem „Gebet der Jäger“ und „Jagd vorbei“. Ihre Klänge erinnerten daran, dass Dankbarkeit oft dort beginnt, wo wir aufmerksam werden für das, was uns geschenkt ist. Sie verliehen dem Gottesdienst Würde und Tiefe. Zum Abschluss stimmte die ganze Gemeinde in das Lied „Großer Gott, wir loben dich“ ein – als gesungener Ausdruck des Dankes für die Fülle des Lebens.

Im Zentrum der Predigt stand ein Wort aus Genesis 2,15, wonach der Mensch die Schöpfung „bebauen und bewahren“ soll. Dieser Auftrag wurde nicht als Herrschaft verstanden, sondern als Einladung zu einer achtsamen und verantwortlichen Beziehung zur Schöpfung, deren Teil wir sind. Aus der Perspektive von Jagd und Landwirtschaft wurde deutlich: Die Erde gehört uns nicht. Sie ist uns anvertraut. Dankbarkeit wächst dort, wo wir erkennen, dass wir alles Wesentliche empfangen haben und deshalb sorgsam mit Böden, Wäldern, Tieren und Landschaften umgehen.

Ein besonders bewegender Moment war die Freisprechung und Segnung der Jungjägerinnen und Jungjäger. Sie traten damit in eine Verantwortung ein, die weit über jagdliches Handeln hinausreicht: die Verantwortung für das Leben und für den respektvollen Umgang mit der Schöpfung. Das „Gebet der Jäger“, vorgetragen von den Jagdhornbläsern, verlieh diesem Augenblick eine feierliche und zugleich nachdenkliche Tiefe.

In den Fürbitten wurde für die Bewahrung der Schöpfung gebetet: für fruchtbare Böden, gesunde Wälder, die Tierwelt, vielfältige Lebensräume sowie für Jäger, Landwirte und die jungen Jägerinnen und Jäger. Auch der Frieden in der Welt fand seinen Platz im gemeinsamen Gebet. Mit der Totenehrung gedachten wir der verstorbenen Jägerinnen und Jäger. Das Bläserstück „Jagd vorbei“ erinnerte daran, dass alles Leben kostbar und vergänglich ist – und gerade deshalb unsere Achtung und Dankbarkeit verdient.

So wurde der Hubertusgottesdienst auf dem Baiersröderhof zu einer Feier des Staunens und der Dankbarkeit. Wort und Musik, Gebet und Segen, Mensch und Natur fanden auf besondere Weise zusammen und machten erfahrbar: Nicht das Glück macht uns dankbar, sondern die Dankbarkeit öffnet uns für die Fülle des Lebens.